MEDIATION

Mediation als Instrument zur Friedensstiftung, Beziehungsgestaltung und Organisationsentwicklung

Begriff Konflikt:

Prozess der Auseinandersetzung, der auf unterschiedlichen Interessen von Individuen und sozialen Gruppierungen beruht und in unterschiedlicher Weise institutionalisiert ist und ausgetragen wird. (Wirtschaftslexikon Gabler, 2018)
Friedrich Glasl definiert darüberhinaus, den zwischenmenschlichen Konflikt als eine Interaktion von Beteiligten, die in irgendeiner Form abhängig voneinander sind und bei denen es Unvereinbarkeiten gibt, wobei diese für mindestens einen als emotionale Beeinträchtigung erlebt wird.

 

Hört sich doch erst mal ganz sachlich an, oder?

 

Leider werden Konflikte jedoch häufig als Kampfsituationen wahrgenommen und die Wahrnehmung, dass der eigene Gewinn nur durch den Verlust des Gegners zu erzielen ist, ist weitverbreitet. (win-lose / Gewinner-Verlierer). Eine andere Sichtweise wäre, den Konflikt als Bestandteil unseres Zusammenlebens zu sehen, denn „nichts ist beständiger als der Wandel!“

 

“Konflikte sind die Regel, Harmonie die Ausnahme”.

Reinhard K. Sprenger

„Konflikte beeinträchtigen unsere Wahrnehmungsfähigkeit und unser Denk- und Vorstellungsleben so sehr, dass wir im Lauf der Ereignisse die Dinge in uns und um uns herum nicht mehr richtig sehen.”

Es gibt viele Arten von Konflikten, sie haben jedoch etwas gemeinsam: Die Tendenz zur Eskalation! Unstimmigkeiten, Streitigkeiten zwischen zwei Menschen oder sogar Gruppen tendieren dazu, zu eskalieren. Konflikte sind mit Emotionen verbunden, mit Kränkungen, mit Gesichtsverlust. Kränkungen verändern unsere Wahrnehmung auf die andere Person, man „schlägt“ mit Worten oder anderen Verhaltensweisen zurück: Die ganze Bandbreite von Beschimpfungen bis zur Gewalttätigkeit.

“Unsere Sicht auf uns und die gegnerischen Menschen im Konflikt, auf die Probleme und Geschehnisse wird geschmälert, verzerrt und ist völlig einseitig…“

Friedrich Glasl

Die 9 Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl

Friedrich Glasl hat ein Modell mit drei Konfliktebenen und neun Eskalationsstufen entwickelt: Es zeigt auf, ob die Parteien ihren Konflikt selbst lösen können, ob Vorgesetzte, als interne Mediatoren, noch selbst eingreifen können oder ob Hilfe von außen notwendig ist.

Auf jeder Eskalationsstufe gilt es, Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten zu finden, die Gewalt zu begrenzen bzw. auszuschließen und auf Kooperation und friedliche Verhandlungslösungen zu setzen.

Während bei den Stufen 1-3, die Lösungssuche noch intern möglich ist, empfiehlt es sich ab der Stufe 4-6, mich, als externe Mediatorin, einzuschalten.

Was biete ich an?

1. Konfliktklärung / Mediation zwischen Führung und Mitarbeitenden oder zwischen hierarchisch unterschiedlichen Ebenen

2. Konfliktklärung/Mediation zwischen Mitarbeitenden (Kollegen/-innen) auf der gleichen hierarchischen Ebene

3. Konfliktklärung / Mediation für Gruppen und Teams: Team-Mediation bis zu 12 Personen allein, darüber hinaus mit Mediationskollegen.

4. Fortbildung oder Coaching: „Konflikte lösen als Führungsinstrument“: Führungskraft als Coach und Konfliktlöser

⇒ Kurzbeschreibung Seminar „Die Kunst des gesunden Führens“  downloaden

Mit jeder Konflikt-Eskalationsstufe werden eine ganze Bandbreite von Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten aufgegeben, das eigene Verhalten sowie das des Gegners wird immer weiter eingeengt.

Konflikteskalation ist gefährlich, weil…

 

  • Konflikte so eskalieren können, dass sie außer Kontrolle geraten
  • Immer weniger Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen
  • Gewalt als Handlungsmöglichkeit einbezogen und angewandt wird
  • Der Konflikt zunehmend persönlich und emotional ausgetragen wird – die Sachebene wird verlassen –
  • Mit zunehmender Eskalationsstufe die Zerstörung und „Vernichtung“ des Gegners zum eigentlichen Ziel wird.

Was eskaliert?

  • Beleidigende Sprache
  • Die Integrität des anderen wird untergraben, er wird bloßgestellt
  • Machtkampf
  • Das eigene Gesicht nicht wahren können
  • Lagerbildung
  • Keine Trennung von Sache und Person
  • Handgreiflichkeiten

Was de-eskaliert?

  • Respektvolle, höfliche Ansprache
  • Die Person von der Sache trennen
  • Einfühlsamkeit von beiden Seiten
  • Gesicht kann gewahrt warden (beide Seiten)
  • Interessen werden als gleich-wertig behandelt
  • Fokus auf Zusammenarbeit
  • Gemeinsame Lösungen werden gesucht:
    Konsens / Kompromiss / win-win
  • Die Haltung / Sichtweise: Konflikt als Chance zum Wachstum!

Was ist Mediation?

Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen, konstruktiven Bearbeitung von Konflikten.

Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben. (2) Ein Mediator ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt.
(Quelle: §1 Mediationsgesetz (MediationsG))

Mediation ist also vertraulich, strukturiert – verläuft in 5 Phasen – und ist ergebnisoffen.
Als Mediatorin bin ich: Allparteilich und unabhängig, ich bin für das Verfahren, aber nicht für die Lösungen verantwortlich.

 

Die Konfliktparteien sind:

  • eigenverantwortlich
  • generell an einer konstruktiven Konfliktbearbeitung interessiert
  • Nehmen freiwillig oder zumindest bereitwillig an einer Mediation teil
  • Erarbeiten gemeinsam eigene Lösungen